Fr. 18. Juni 21

Blühflächen auf Betriebsflächen von Unternehmen

(v.l.): Andreas Lonzer (Albko Metallhandel GmbH & Co. KG), Stefan Rücker (EWE-Netz GmbH) und Andreas Schulz (Netto Stiftung GmbH & Co. KG) sowie (knieend) Fachdienstleiter Carsten Wünker von der Gemeinde Ganderkesee und Hans Fingerhut (NABU Ganderkesee).

Erfolgreiche Kooperation: Insgesamt bereits 3,6 Hektar eingesät

Die Gewerbe- und Industriegebiete in der Gemeinde Ganderkesee bieten nicht nur viele Arbeitsplätze, sie weisen in vielen Bereichen auch ein erhebliches Potenzial für Begrünungsmaßnahmen auf. „Sie können einen spürbaren Beitrag zur Biodiversität, zur grüngestalterischen Aufwertung und zur Klimaverbesserung leisten“, erklärt Carsten Wünker, Fachdienstleiter Natur. Am Freitag stellte er den Fortschritt des Projekts im Gewerbegebiet Ganderkesee-West der Öffentlichkeit vor.

Um solche Maßnahmen verwirklichen zu können bedürfe es der Mitwirkungsbereitschaft der privaten Grundstückseigentümer, häufig aber auch einer weitgehenderen Unterstützung und Beratung durch die Gemeinde, so Wünker. Als geeignete Vorgehensweisen kämen die Anlage von Blühstreifen, Baumpflanzungen und Fassadenbegrünungen in Betracht. „Hier hat die Gemeinde den Grundstückseigentümern konkret angeboten, auf Teilen von Gewerbegrundstücken, die gegenwärtig und auf absehbare Zeit nicht gewerblich genutzt werden, Blühstreifen anzulegen und diese Flächen in dem dazu erforderlichen Umfang herzurichten und einzusäen.“

Der Übergang von der regelmäßigen Mahd solcher Flächen auf eine extensivere Gestaltung mit Blühstreifen lasse für die Eigentümer eine Verringerung der laufenden Bewirtschaftungskosten erwarten. Zugleich führe die Anlage von Blühstreifen zur Erhöhung der Biodiversität und zur gestalterischen Aufwertung in den betreffenden Bereichen. Wünker: „Davon haben alle Anlieger im Gewerbegebiet und auch die Allgemeinheit Vorteile.“

Die zur Anlage von Blühstreifen vorgesehenen Teilflächen privater Grundstücke werden unentgeltlich und für einen Zeitraum von möglichst drei Jahren zur Verfügung gestellt. Die Vorbereitung der Flächen und die Ansaat übernimmt die Gemeinde, das im Herbst erforderliche Mulchen/Abmähen obliegt den Grundstücks- Eigentümern.

Im Rahmen ihres eigenen Grundstücksbestandes ergänzt die Gemeinde die auf privaten Grundstücken durchgeführten Maßnahmen durch entsprechende Ansaaten auf öffentlichen Flächen, soweit dies möglich ist. „Der NABU hat sich auf diesen Flächen mit der Errichtung von Insektenhäusern in großem Maßstab einbracht“, berichtet Vorsitzender Hans Fingerhut von der Ortsgruppe Ganderkesee. Über die Anlage von Blühstreifen hinaus bietet die Gemeinde Grundstückseigentümern eine einzelfallbezogene Beratung über das Anpflanzen von Bäumen auf ihren privaten Grundstücken sowie über die Herstellung von Fassadenbegrünungen an. „Die Durchführung solcher Maßnahmen bleibt allerdings Sache der privaten Grundstückseigentümer“, betont Wünker.

Derzeit sind mit den öffentlichen Anteilen der Gewerbegebietsflächen 3,6 Hektar eingesät. Das seit vier Jahren laufende Projekt hat somit verschiedene Einsaatflächen innerhalb dieser Zeitspanne zu bieten. Im Gewerbegebiet Ganderkesee-West sind zurzeit Flächen im dritten Standjahr zu bewundern. „Das Ganderkeseer Beispiel steht für eine erfolgreiche Kooperation zwischen Gewerbe, Naturschutz und der Gemeinde“, stellt Wünker erfreut fest.

Am Programm teilnehmende Firmen:
STAROFIT Klose GmbH & Co. KG, Cetex-Rheinfaser GmbH, Firma Reisch, Firma Jürgen Harm, Schmalriede Zink GmbH & Co. KG, [k]nord GmbH, SU-MA Prosound, Malereibetrieb Rigbers GmbH, Cetex-Rheinfaser GmbH, Allianz Generalvertretung Matthias Fleischer, Budweg Caliper A/S, Firma Klaus Buss, Harald Meyer Brandschutz-Elektro GmbH & Co. KG, Conditorei Christiansen GmbH, Netto Marken-Discount Stiftung & Co. KG, Rücker GmbH, albko Metallhandel GmbH & Co. KG, Lammers GmbH, Herrmann Reinigungsservice gmbH, Palfinger Tail Lifts GmbG, Müllers Kämena, EWE-Netz GmbH

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