Fr. 21. April 17

Neue Defibrillatoren können Leben retten

Büchereimitarbeiterin Stephanie Kilian, die am Habbrügger Weg und in Bookholzberg im Einsatz ist, hat bereits eine Defibrillatoren-Schulung erhalten. Aber auch ohne Vorkenntnisse lassen sich die lebensrettenden Geräte dank Sprachanweisungen leicht bedienen.

Bücherei und Außenstelle in Bookholzberg sind jetzt ausgerüstet

In Deutschland sterben pro Jahr über 100.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Die Defibrillation ist die einzige erfolgreiche Maßnahme, um ein tödliches Kammerflimmern zu beenden und den plötzlichen Herztod zu verhindern. Zwei weitere dieser lebensrettenden Geräte hat die Gemeinde Ganderkesee jetzt angeschafft. „Ab sofort sind auch die Gemeindebücherei am Habbrügger Weg und die Außenstelle von Bücherei und Bürgerbüro in Bookholzberg mit Defibrillatoren ausgerüstet“, erklärt Fachdienstleiter Christian Hallanzy, der sich um die Anschaffung gekümmert hat.

Die Standorte der vorhandenen Defibrillatoren seien Anfang des Jahres turnusgemäß überprüft worden. Dabei hätten zwei wesentliche Kriterien eine Rolle gespielt, so Hallanzy. „Bei der Festlegung der Standorte wurde zum einen berücksichtigt, dass sich dort Personenkreise aufhalten könnten, die den Einsatz eines Gerätes mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarten lassen. Zum anderen wurde Rücksicht darauf genommen, dass das Anfahren bestimmter Außenbereiche von einem Rettungswagen mehr Zeit in Anspruch nehmen kann.“

Mit der Anschaffung von zehn Defibrillatoren für Laienhelfer in 2009 hatte die Gemeinde Ganderkesee seinerzeit versucht, eine Signalwirkung auszulösen und andere Bereiche des öffentlichen Lebens wie z.B. Einkaufszentren aber auch größere Betriebe und Arbeitgeber auf die Problematik aufmerksam zu machen. Es sollte darauf hingewirkt werden, dass die Betreiber bzw. Eigentümer dem Beispiel der Gemeinde folgen und nach Möglichkeit selbst ein Gerät anschaffen.

Mittlerweile sind gemeindeweit 19 Defibrillatoren bekannt, die sich in einer entsprechenden Liste auf der Gemeindehomepage in der Rubrik „Notdienste“ finden. Neben jetzt 13 Geräten in Gebäuden der Gemeinde (darunter einige Feuerwehrgerätehäuser und beide Bäder) halten mittlerweile auch sechs private Betriebe einen Defibrillator vor. „Womöglich gibt es noch weitere Unternehmen, die das aber noch nicht gemeldet haben“, schätzt Hallanzy. „Um eine möglichst gute Übersicht zu haben, wäre es gut, wenn alle Standorte im Rathaus bekannt sind.“

Bei den sogenannten automatisierten externen Defibrillatoren (AED) analysiert eine Software den Herzrhythmus und entscheidet danach, ob eine Defibrillation notwendig ist. Nur bei einem positiven Ergebnis wird eine Funktion freigeschaltet und kann dann durch den Anwender ausgelöst werden. AED-Geräte sind durch ihre Bau- und Funktionsweise besondere für Laienhelfer geeignet. Nach den bisherigen Erfahrungen steigen die Überlebenschancen für die Betroffenen durch den frühzeitigen Einsatz von Defibrillatoren auf deutlich über 50 Prozent an, wenn bis zum Eintreffen des Notarztes mehr als fünf Minuten vergehen. Ohne Behandlung würde sie jede Minute um zehn Prozent sinken.

In den vergangenen acht Jahren wurden die Defibrillatoren der Gemeinde noch nicht ein einziges Mal tatsächlich benutzt. „Wann und wo das erste Mal ein Leben damit gerettet werden kann, ist natürlich ungewiss. Aber es wird der Fall eintreten. Und dann ist es gut, ein solches Gerät in der Nähe zu haben“, betont Hallanzy. Er steht interessierten Betrieben gerne für weitere Informationen und Auskünfte unter Tel. 04222 44-331 zur Verfügung.

Die Liste mit den Standorten der Defibrillatoren gibt es hier: https://www.gemeindeganderkesee.de/standortedefibrillatoren.html

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