Fr. 05. März 21

Verwaltungsausschuss ebnet Weg für Patenschaft - Gemeinderat entscheidet

Der Verwaltungsausschuss hat am Mittwochabend einer Patenschaft der Gemeinde Ganderkesee für das neue Logistikbataillon 163 am Standort Delmenhorst-Adelheide den Weg geebnet. Das dortige Bundeswehrgelände erstreckt sich zum Teil auch auf Ganderkeseer Gemeindegebiet. Der Kommandeur des Logistikbataillons 163 hatte zuvor in einem Schreiben den Wunsch der Einheit geäußert, dass eine solche Patenschaft zustande kommt. Die Entscheidung liegt nun beim Gemeinderat, der am 11. März tagt. Bei positivem Votum ist die Übernahme der Patenschaft durch das Logistikbataillon 163 beim zuständigen Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr in Erfurt zu beantragen.

 „Eine Patenschaft wäre ein deutlich sichtbares Zeichen der gegenseitigen Verbundenheit, Unterstützung und Wertschätzung. Sie würde zudem die Wahrnehmung der Bundeswehr als wichtiger Akteur in der Mitte der Gesellschaft stärken“, betont Bürgermeisterin Alice Gerken. „Am Standort dienen derzeit rund 70 Soldatinnen und Soldaten, die in der Gemeinde Ganderkesee leben. Dazu kommen noch zahlreiche Zivilbeschäftigte“, schildert Kommandeur Oberstleutnant Tobias Schmidt die bereits jetzt vorhandene Verbundenheit zur Gemeinde. „Darauf ließe sich gut aufbauen.“

Der Kernauftrag des Bataillons ist das sogenannte Reception, Staging and Onward Movement (RSOM). Das Logistikbataillon 163 ist dafür verantwortlich, das an See- und Flughäfen sowie Bahnhöfen durch NATO-Alliierte verlegte Material und Personal in Empfang zu nehmen und für den weiteren Einsatz bzw. die weitere Verlegung in Sammelräume (Staging Areas) vorzubereiten.

Hier führt es Personal und Material zusammen und übergibt die notwendigen Versorgungsgüter an die Truppe. Im Anschluss sind die verlegten Verbände bereit für den Einsatz und können in ihre anschließenden Verfügungsräume gelangen. Dabei werden diese Truppenteile, falls notwendig, an definierten Punkten durch Kräfte des Logistikbataillons 163 unterstützt.

Patenschaften von Einheiten und Verbänden der Bundeswehr mit Städten und Gemeinden sollen das Verständnis für die Bundeswehr als Instrument einer wehrhaften Demokratie zur Friedenssicherung fördern. Die Patenschaften werden freiwillig eingegangen. Sie beruhen auf Gegenseitigkeit, schaffen keine Abhängigkeiten und können jederzeit aufgelöst werden.

Zur Ausgestaltung einer Patenschaft gibt es vielfältige Möglichkeiten, die zwischen den Beteiligten abgestimmt werden. Hierzu zählen u. a. gegenseitige Besuche und gemeinsame Veranstaltungen (z. B. Gelöbnisse und Vereidigungen, Tag der offenen Tür). Insgesamt bestehen rund 700 Patenschaften zwischen Einheiten und Verbänden der Bundeswehr und Städten und Gemeinden. Leistungserwartungen in finanzieller oder materieller Art sind mit einer Patenschaft nicht verknüpft. Unterstützungsleistungen durch die Bundeswehr sind ebenfalls nicht Gegenstand der Patenschaftspflege.

Auch in der Region sind Patenschaften für Bundeswehreinheiten üblich: Die Stadt Delmenhorst hat 2016 eine Patenschaft für das Logistikbataillon 161 am selben Standort übernommen. Die Stadt Wildeshausen hat 2018 eine Patenschaft mit der 3. Kompanie desselben Bataillons begründet.

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