Mo. 14. Dezember 20

Ganderkesee und Hude weiter in einem Boot

Dieses Foto zeigt (v.l.): Holger Lebedinzew, Andreas Lembeck (im Hintergrund) und Alice Gerken.

Kooperationsvertrag regelt Zusammenarbeit bei der regioVHS

Während in Brüssel die Scheidungsverhandlungen zum Brexit andauern, haben sich die Gemeinden Ganderkesee und Hude längst auf eine weitere Zusammenarbeit bei der Erwachsenbildung verständigt. Am Freitag unterschrieben Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken und ihr Huder Amtskollege Holger Lebedinzew offiziell den neuen Kooperationsvertrag.

„Das ist ein wichtiges Zeichen für die Fortsetzung der interkommunalen Zusammenarbeit“, betont Gerken. „Die Menschen in beiden Gemeinden profitieren weiter von den Stärken einer großen Volkshochschule, die ein breites Spektrum an Angeboten liefert. Für die regioVHS freue ich mich, dass es nun – auch angesichts von Corona – zumindest ein Stück weit wirtschaftliche Planungssicherheit gibt.“ In der Gemeinde Ganderkesee genieße die Erwachsenenbildung weiter hohe Priorität.

Gleiches gelte für die Gemeinde Hude, so Lebedinzew. Die Art der Kooperation werde sich freilich ändern: „Künftig sind wir der Kunde, der ein Paket bestellt und es geliefert bekommt. Wir bieten der regioVHS weiter kostenlos Räume an. Bei den Gesundheits- und Fitnesskursen werden wir ab Mitte 2022 aber mit dem TV Hude kooperieren.“ Ursächlich für die Kündigung des alten Vertrages sei die Mitteilung gewesen, dass nach einer internen Prüfung rückwirkend hohe Kosten auf die Gemeinde Hude zukommen, erläutert Lebedinzew. „Ich bin froh, dass wir jetzt eine Lösung gefunden haben und es in anderer Form weitergeht.“

Rückblick: Bereits in den 1990er-Jahren kooperierten die Volkshochschulen Ganderkesee und Hude. Es wurden gemeinsame Veranstaltungen konzipiert und Programmangebote miteinander abgestimmt. Am 1. Juli 2004 entstand aus der informellen Zusammenarbeit eine gemeinsame Volkshochschule, die regioVHS. Der damalige Leiter der Volkshochschule Hude, Hermann Konermann, übernahm die Aufgabe des stellvertretenden Leiters der regioVHS, neben Rolf Schütze als damaligem VHS-Direktor. Halbjährlich erscheint seitdem ein gemeinsames Programmheft.

Kommunalpolitisch begleitet wird die Arbeit der regioVHS bis Ende 2020 vom Arbeitskreis regioVHS, einem paritätisch mit Ratsmitgliedern beider Gemeinden besetzten Gremium. Mit der neuen Zweckvereinbarung, die am 1. Januar 2021 in Kraft tritt, beauftragt die Gemeinde Hude die Gemeinde Ganderkesee, über die regioVHS in Hude Erwachsenenbildung anzubieten. Hermann Konermann bleibt stellvertretender Leiter der regioVHS, dessen Personalkosten trägt weiterhin die Gemeinde Hude. Das Kursangebot wird zunächst im jetzigen Umfang erhalten bleiben.

Die neue Kooperationsvereinbarung war notwendig geworden, da die Gemeinde
Hude den bestehenden Vertrag aus Sorge vor steigenden Zuschüssen vorsorglich
zum Jahresende 2020 gekündigt hatte. Nachdem der regioVHS insbesondere bei
den Bildungsprojekten für Geflüchtete erhebliche Einnahmen weggebrochen waren,
entstand ein Finanzbedarf, der in beiden Gemeinden für Diskussionen gesorgt hatte.

Die nun getroffene Vereinbarung sieht ein Verfahren in zwei Stufen vor. „In den
nächsten eineinhalb Jahren bleibt das VHS-Angebot in Hude erst einmal unverändert
bestehen“, erklärt regioVHS-Leiter Andreas Lembeck. „Ab Juli 2022 werden wir unser
Angebot auf dem Gebiet der Gemeinde Hude vorerst auf Kurse für die Bereiche
Geisteswissenschaften, Ernährung, Kreativität, Fremdsprachen sowie berufliche Bildung
und EDV beschränken.“

Dafür zahlt die Gemeinde Hude bei einem Leistungsumfang von etwa 1.200 Stunden
jährlich einen pauschalen Erstattungsbeitrag in Höhe von 20.000 Euro.

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