Di. 05. Januar 21

L statt E: Lea und Lina lösen Emma und Ella ab

Grafik:Gemeinde Ganderkesee

Statistik: Beliebteste Vornamen stehen fest / Mehr Jungen geboren

Teilweise deutlich gegen den bundesweiten Trend haben die Ganderkeseer Eltern in 2020 die Vornamen für ihre Babys ausgewählt. Während in ganz Deutschland Mia und Emilia am häufigsten vergeben wurden, tauchen diese beiden Mädchennamen in der hiesigen Geburtenstatistik überhaupt nicht auf. Bei den Jungen gehörten gleich drei Namen zu den beliebtesten, die es bundes-weit nicht mal in die Top 10 schafften. Erstaunlich: Im vergangenen Jahr wurden deutlich mehr Jungen – nämlich 146 – als Mädchen geboren (101).

Ein Quintett lag 2020 bei den beliebtesten Jungennamen in der Gantergemeinde vorne: Während Ben und Noah auch bundesweit spitze waren, gehören Jakob, Jonas und Tom mit ebenfalls vier Nennungen eher als lokale Exoten dazu. Bundesweit waren letztere nur unter „ferner liefen“ zu finden. Dreimal wurden die Vornamen Elias, Leonardo, Lukas und Theo vergeben. Vorjahressieger Leon kam auf zwei Einträge im Geburtenregister.

Bei den Mädchenvornamen hieß es L statt E: Dort lösten Lea und Lina mit vier Nennungen die Vorjahressiegerinnen Emma und Ella ab. Während Emma in diesem Jahr noch zweimal vergeben wurde, war Ella ein Jahr später gar nicht mehr in der Verlosung. „Lina hat ein Comeback erlebt. 2019 wurde kein einziges Mädchen in der Gemeinde so benannt, 2017 stand Lina aber schon einmal auf Platz zwei“, hat Gemeindesprecher Hauke Gruhn herausgefunden. Kein einziger Mädchenname wurde 2020 dreimal eingetragen, dafür etliche zweimal. Auffällig war der häufige Astrid-Lindgren-Bezug (Lina, Ida, Annika).

Insgesamt wurden wieder sehr häufig „alte“ deutsche Namen vergeben, die noch vor zwanzig Jahren eher ungewöhnlich gewesen wären. Dazu zählten etwa Johannes, Karl, Max, Paul, Theo(dor), Carlotta, Frieda, Fritzi, Gretchen, Helene, Lisa oder Sofie. Greta hingegen fehlt in der Statistik.

Einen großen Unterschied gab es bei der Namensverteilung nach Anfangsbuchstaben. Zwar waren „L“ (23 Nennungen bei den Jungen, 24 bei den Mädchen) und „M“ (19 zu 17) bei beiden Geschlechtern ganz vorne dabei. Dann trennten sich jedoch die Wege: Bei den Jungen folgten nämlich „J“ und „T“ mit ebenfalls 19 Namen. Diese Buchstaben wurden bei den Mädchen nur fünf- bzw. dreimal gewählt, dafür kam gleich achtmal das „E“ zum Zuge.

Von den Geburtenzahlen der 1960er-Jahre ist die Gemeinde Ganderkesee noch
ein großes Stück entfernt, dennoch hält die positive Entwicklung grundsätzlich
an. 247 Geburten wurden bislang für das Jahr 2020 gemeldet – fast so viel wie
2019 (251) und etwas mehr als 2018 (242). 2017 war mit 278 Niederkünften
ein Ausnahmejahr. 2011 (195) und 2012 (215) lagen deutlich darunter. „In den
Jahren 2014 bis 2016 gab es auch jeweils rund 250 Geburten“, berichtet Gruhn.
„Das pendelt sich wohl in diesem Bereich ein.“ Bis etwa zum Jahr 2000 seien allerdings
oft noch mehr als 300 Geburten verzeichnet worden.

Die Gemeinde ermittelte für 2020 insgesamt 438 Sterbefälle. Dies ist ein leicht
höherer Wert als 2019 (408) und 2018 (431). „Diese Zahlen lassen sich zum
Teil durch die demografische Entwicklung erklären. Eine deutliche Auswirkung
durch die Corona-Pandemie ist hingegen nicht zu erkennen“, erläutert Gruhn.
(Laut Landkreis Oldenburg hat es 2020 insgesamt acht Verstorbene aus der Gemeinde
Ganderkesee im Zusammenhang mit COVID-19 gegeben.)

Die Einwohnerzahl ist trotz des nach wie vor negativen Geburtensaldos gestiegen
auf nunmehr 32.062 (ohne Nebenwohnsitze). Das entspricht einem Plus
von 190 zum Vorjahr (31.872) und stellt abermals einen neuen Rekord dar. Der
Zuwachs lässt sich dadurch erklären, dass es weiter deutlich mehr Zuzüge als
Wegzüge gibt.

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