Di. 10. Juli 18

Birgit Martens nach 48 Jahren im Ruhestand

Birgit Martens an ihrem letzten Arbeitstag im Rathaus: Ihre Kolleginnen und Kollegen hatten zur Verabschiedung den Arbeitsplatz bunt geschmückt und auch viele alte Fotos ausgegraben.

Im Ganderkeseer Rathaus ist am Dienstag eine lange Ära zu Ende gegangen: Nach 48 Jahren in Diensten der Gemeinde Ganderkesee hat Birgit Martens aus dem Bürgerbüro ihren letzten Arbeitstag gehabt. Sie wechselt in den Ruhestand.

„Mit kurzem Rock und Dauerwelle“ habe sie am 1. April 1970 ihre Ausbildung angetreten, erinnert sich die heute 63-Jährige. Zum Einstand sei sie gleich in den April geschickt worden: „Meine erste Station war das Steueramt und ich erhielt den Auftrag, den Steuerfuß aus der Kasse zu holen – was immer das auch war.“ Angekommen in der Kasse war das Gelächter groß, „und mein Kopf knallrot“, erinnert sich Martens.

Nach ihrer Ausbildung, während der sie – bei einer Ausbildungsvergütung von 30 DM im Monat – u.a. das Bauamt, die Gemeindebücherei und das damalige Reisebüro der Gemeinde kennen gelernt hatte, begann sie gleich im Einwohnermeldeamt, das heute unter „Bürgerbüro“ firmiert. „Ich bin eine alte Meldetante“, sagt Martens nach 45 Jahren in dieser Funktion und lacht. Alte Meldekarteiformulare hat sie aus Nostalgiegründen aufbewahrt. „Man durfte sich damals einfach nicht verschreiben, auch radieren war tabu“, erzählt Martens.

Schon immer war sie im Meldeamt auch mit den Fundsachen betraut. „Das Gruseligste war mal ein Damenobergebiss, das abgegeben wurde“, sagt die Ganderkeseerin. „Das konnten wir aber bei der Fundsachenversteigerung zum Frühlingsmarkt unters Volk bringen – ich glaube für einen Euro.“ Etwa zehnmal war Martens, teilweise mit Melone und Hammer, als Auktionatorin tätig. „Das hat mir immer viel Spaß gemacht – vor allem, wenn es sich richtig hochgeschaukelt hat.“

Doch nicht nur in dieser „Paraderolle“ wurde Birgit Martens den Ganderkeseern bekannt. In ihren 48 Jahren bei der Gemeinde hatte sie immer viel Kontakt mit Bürgern. „Das werde ich schon vermissen. Ich wollte immer, dass die Bürger zufrieden aus dem Rathaus rausgehen.“

 

 

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