Mi. 11. Juli 18

Junge Kolleginnen verstärken Rathaus-Team

Neue Aufgaben im Rathaus (v.l.): Anna Radecke, Anna Golk, Isabell Hillmann und Louisa Schumacher.

Gemeinde reagiert auf demografischen Wandel / Aufstiegschancen

Die demografische Entwicklung macht auch vor dem Ganderkeseer Rathaus nicht halt: Allein 2018 und 2019 werden voraussichtlich sieben Verwaltungsbeschäftigte in den Ruhestand wechseln. Um personellen Lücken entgegenzuwirken, hat die Gemeinde jetzt vier Stellen neu besetzt. „Unser Ziel ist es, möglichst viel selbst auszubilden und unseren jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch für die Zeit danach Perspektiven aufzuzeigen“, betont Bürgermeisterin Alice Gerken. „Das motiviert und stärkt auch die Identifikation.“

Im Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte kämen der Gemeinde immer wieder auch ihre Lage und die gute Verkehrsanbindung zugute, berichtet Matthias Meyer, Fachdienstleiter Finanzen und Personal im Rathaus. „Die Nähe zu Oldenburg, Delmenhorst und Bremen spielt gerade für jüngere Menschen eine Rolle“, hat er bemerkt. „Auch wer es vorzieht in größeren Städten zu wohnen, kann Ganderkesee schnell mit dem Auto oder per Bahn erreichen.“

Unübersehbar sei derweil der klare Überhang an weiblichen Beschäftigten, so Meyer. „Wir haben viel mehr Frauen als Männer, nicht nur in den Kitas, sondern auch in der Verwaltung.“ Die Familienplanung führe oft zu einem Teilzeitwunsch, mehr Teilzeitstellen würden aber auch einen höheren Raumbedarf bedeuten. Meyer: „Hier wollen wir künftig die Themen Home-Office und Telearbeit stärker in Angriff nehmen, um gerade auch Eltern den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu erleichtern – denn wir brauchen jeden.“

Der personelle Aderlass durch Verrentung fällt in den kommenden Jahren überdurchschnittlich aus, da es sich um geburtenstarke Jahrgänge handelt. Doch schon jetzt ist die Zahl der Einstellungsverfahren stark gestiegen. „Von 31 in 2015 auf 68 in 2017“, berichtet Mathias Meyer. „Das hängt aber natürlich ganz stark mit dem Ausbau der Kinderbetreuung zusammen.“

Für die demografische Herausforderung sieht Bürgermeisterin Gerken die Gemeinde Ganderkesee auch aus einem weiteren Grund recht gut aufgestellt. „Wir haben als Arbeitgeber eine attraktive Größe“, stellt sie fest. „Wir sind nicht so groß, dass die Möglichkeit für persönliche Gespräche und Kontakte fehlt. Aber wir bieten auch genügend Möglichkeiten zum Aufstieg.“

Darauf hoffen auch vier Mitarbeiterinnen, die jetzt ihre neuen Stellen im Rathaus angetreten haben. Aus dem eigenen Nachwuchs stammt Isabell Hillmann. Die 19-Jährige hat kürzlich ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Gemeinde Ganderkesee abgeschlossen. Sie wird zunächst „als Allzweckwaffe“ im Bürgerbüro tätig sein, das sie aus ihrer Ausbildungszeit bestens kennt.

Anna Radecke kann bei der Gemeinde Ganderkesee bereits auf mehrere Stationen zurückblicken. Die 30-Jährige war unter anderem in der Kasse und im Gebäudeservice tätig und wird sich ab sofort im Bürgerbüro vor allem um die Bereiche Grundabgaben und Hundesteuer kümmern.

Anna Golk hat ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bis vor kurzem bei der Gemeinde Stuhr absolviert. Ursprünglich war die 27-Jährige in einem ganz anderen Bereich tätig – sie ist auch diplomierte Sport- und Gesundheitstrainerin. Ihr Schwerpunkt im Bürgerbüro liegt künftig im Bereich Zulassung und Meldewesen.

Ihre Ausbildung bei der Gemeinde Ganderkesee auf zwei Jahre verkürzen konnte Louisa Schumacher. Die 23-Jährige wird demnächst ein duales Studium zur Verwaltungsfachwirtin am Niedersächsischen Studieninstitut in Hannover beginnen. Ihre Praxiszeiten wird sie im Ganderkeseer Rathaus ableisten, aktuell zunächst in der Poststelle. Insgesamt studieren damit drei Nachwuchskräfte der Gemeinde parallel in Hannover um sich für spätere Aufgaben zu qualifizieren.

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