Mi. 20. Januar 21

Verwaltung organisiert Notbetreuung in Kitas

275 Anträge gestellt / Zusage in rund 90 Prozent der Fälle

Ein veritabler Bearbeitungsmarathon liegt hinter dem Team des Fachdienstes Kindertagesstätten im Ganderkeseer Rathaus. Für die kommunalen Einrichtungen gingen seit Donnerstag, 7. Januar, rund 1.300 Anfragen von Erziehungsberechtigten für eine Notbetreuung ihrer Kinder ein – allein 770 davon per E-Mail. Alle vollständig eingereichten Anträge sind mittlerweile bearbeitet. Dafür wurde das Team kurzfristig personell verstärkt und zum Teil auch am Wochenende gearbeitet.

„Wenn Eltern aufgrund der Kürze der Zeit die Unterlagen und Nachweise nicht vollständig vorlegen konnten, um einen Notbetreuungsplatz für ihr Kind zu bekommen, wurde zunächst für die ersten beiden Tage zugunsten der Eltern die Entscheidung für eine Notbetreuung getroffen“, erläutert Fachdienstleiterin Karen Becker. „Jedes Kind, für das die Eltern eine Betreuung benötigten und wofür sie sich mit der Gemeinde in Verbindung gesetzt hatten, wurde auch an denen ersten beiden Tagen betreut.“

Letztlich wurden 275 Anträge auf Notbetreuung gestellt. Davon wurden rund 90 Prozent bewilligt und lediglich 2,5 Prozent abgelehnt. 15 Anträge waren zuletzt noch offen – etwa, wenn Unterlagen zugeschickt wurden, aber noch nicht oder nur unvollständig wieder vorlagen. Weitere fünf Anträge wurden zurückgezogen.

Insgesamt sind bislang rund 66 Prozent der Notbetreuungsplätze in den Krippengruppen, 65 Prozent in den Kindergartengruppen und 44 Prozent in den Hortgruppen belegt. „In einigen Gruppen sind die Notbetreuungsplätze jedoch bereits komplett vergeben“, betont Becker.

„Viele Informationen konnten wir zu Beginn der Vergabe erst kurzfristig zur Verfügung stellen, da die neue Corona-Verordnung des Landes noch nicht vorlag. Daher waren anfangs einige Eltern verständlicherweise recht angespannt. Wir sind froh, dass wir jetzt in den meisten Fällen weiterhelfen konnten“, so Becker.

Vor Inanspruchnahme der Notbetreuung sind von (beiden) Erziehungsberechtigten sämtliche andere Möglichkeiten der Betreuung auszuschöpfen. Ein Rechtsanspruch auf Vermittlung eines Notbetreuungsplatzes besteht nicht.

Als absoluter, über allem stehender Grundsatz gilt, dass die Kindertageseinrichtungen
zugunsten des Infektionsschutzes geschlossen sind. Ziel ist die Verlangsamung
der Ausbreitung des Coronavirus. Dazu sollen Kontakte möglichst vermieden
und so Infektionsketten unterbrochen werden. Daher ist die
Notbetreuung unter Berücksichtigung der vorhandenen Kapazitäten auf das notwendige
und epidemiologisch vertretbare Maß zu begrenzen.

Die Notbetreuung dient dazu Kinder aufzunehmen, bei denen mindestens eine
erziehungsberechtigte Person in betriebsnotwendiger Stellung in einem Berufszweig
von allgemeinem öffentlichem Interesse tätig ist. Ferner spielt eine Rolle,
ob Unterstützungsbedarf besteht bzw. ob die Kinder zum kommenden Schuljahr
schulpflichtig werden. (Mit dem Beginn eines Schuljahres werden die Kinder
schulpflichtig, die das sechste Lebensjahr vollendet haben oder es bis zum folgenden
30. September vollenden werden. Keine „Kann-Kinder“.)

Auch in besonderen Härtefällen wie z.B. drohender Kindeswohlgefährdung ist
eine Notbetreuung möglich.

Eltern von Schulkindern wenden sich bzgl. Notbetreuung bitte direkt an die jeweilige
Schule. Eltern von Hortkindern müssen eine Notbetreuung für nachmittags
bei der Gemeinde gesondert beantragen. „Es reicht nicht aus, eine Notbetreuung
für vormittags beim Schulträger beantragt zu haben“, erläutert Karen
Becker. „Bei Rückfragen sollte bitte mit der Hortleitung Kontakt aufgenommen
werden.“

Alle Zusagen erfolgen bis auf Weiteres mit dem ausdrücklichen Hinweis auf die
Möglichkeit eines Widerrufs. Umfangreiche Informationen und Antragsvordrucke
sind auf der Homepage der Gemeinde zu finden: https://www.gemeindeganderkesee.
de/kinderbetreuung.html
.

Die Notbetreuung in den Krippen und Horten wird tagesgenau abgerechnet. Die
Abrechnung kann sich aufgrund der bevorstehenden Platzvergabe fürs neue
Kitajahr jedoch bis in den späten Frühling verzögern. Hierfür bittet die Gemeinde
um Verständnis. Der Besuch der Kindergartengruppen ist kostenlos. Die Verpflegungskosten
werden dort wie in allen Einrichtungen ebenfalls „spitz“ abgerechnet.

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