Bund und Land Niedersachsen haben diverse Maßnahmen auf den Weg gebracht, um von der Corona-Krise betroffene Unternehmen zu unterstützen und vor allem ihre Liquidität zu sichern. Hierzu gehören die im Folgenden vorgestellten Bausteine. Ohne dass darauf hier stets explizit hingewiesen wird, ist ihre Inanspruchnahme i.d.R. daran gekoppelt, dass die Schwierigkeiten der Unternehmen durch die Krise und nicht durch andere Umstände bedingt sind. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Am Ende finden Sie Links zu weiteren Quellen.


ZUSCHÜSSE

Überbrückungshilfe III des Bundes

  • Die Überbrückungshilfe III richtet sich an Unternehmen, die im Dezember und/oder im ersten Halbjahr 2021 coronabedingt geschlossen bleiben müssen bzw. indirekt von der Schließung in erheblichem Maße betroffen sind. Auch Unternehmen, die einen Umsatzrückgang von mindestens 30 % im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnen und keinen Zugang zur November-/Dezemberhilfe (s.o.) haben, können die Förderung beantragen.
  • Antragsberechtigt sind alle Unternehmen, mit mehr als 30 % Umsatzeinbruch im Förderzeitraum
  • Fördermonate sind November 2020 bis Juni 2021
  • Gefördert werden die fortlaufenden betrieblichen Fixkosten wie z.B. Mieten und Pachten, Zinsaufwendungen für Kredite sowie Personalaufwendungen, sofern sie nicht vom Kurzarbeitergeld abgedeckt sind. Lebenshaltungskosten und Unternehmerlohn hingegen sind nicht zuschussfähig.
  • Die konkrete Höhe der Zuschüsse orientiert sich wie auch bislang am Rückgang des Umsatzes im Vergleich zum entsprechenden Monat des Jahres 2019 und ist gestaffelt:
    • bei einem Umsatzrückgang von 30 bis 50 % werden bis zu 40 % der förderfähigen Fixkosten erstattet, 
    • bei einem Umsatzrückgang von 50 bis 70 % werden bis zu 60 % der förderfähigen Fixkosten erstattet und
    • bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % werden bis zu 90 % der förderfähigen Fixkosten gezahlt.
  • Die maximale Förderung beträgt 1,5 Millionen € pro Fördermonat pro Unternehmen (innerhalb der Grenzen des europäischen Beihilferechts).
  • Die Überbrückungshilfe III sieht zudem Sonderregelungen für die Reise-, die Veranstaltungs- und Kulturbranche sowie Soloselbständige vor.
  • Die Beantragung ist ausschließlich über Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer möglich. Ausnahmen gelten für Soloselbständige bis zu einem Betrag von 7.500 €.
  • Die Antragsfrist endet am 31. Oktober 2021. Seit dem 27. April 2021 können Änderungsanträge gestellt werden.
  • weitere Informationen und Antragsmöglichkeit (Bundeswirtschaftsministerium BMWI)

Überbrückungshilfe III Plus

  • Die Verlängerung der Überbrückungshilfe III wird mit dem neuen Programm Überbrückungshilfe III Plus umgesetzt, das inhaltlich weitgehend deckungsgleich mit der Überbrückungshilfe III ist. Auch in der Überbrückungshilfe III Plus sind nur Unternehmen mit einem Corona-bedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent antragsberechtigt. Das neue Programm wird ebenfalls durch die prüfenden Dritten über das Corona-Portal des Bundes beantragt.
    • Neu im Programm der Überbrückungshilfe III Plus ist:
      • Unternehmen, die im Zuge der Wiedereröffnung Personal aus der Kurzarbeit zurückholen, neu einstellen oder anderweitig die Beschäftigung erhöhen, erhalten wahlweise zur bestehenden Personalkostenpauschale eine Personalkostenhilfe („Restart-Prämie“) als Zuschuss zu den dadurch steigenden Personalkosten. Sie erhalten auf die Differenz der tatsächlichen Personalkosten im Fördermonat Juli 2021 zu den Personalkosten im Mai 2021 einen Zuschuss von 60 Prozent. Im August beträgt der Zuschuss noch 40 Prozent und im September 20 Prozent. Nach September 2021 wird kein Zuschuss mehr gewährt.
      • Ersetzt werden künftig Anwalts- und Gerichtskosten von bis zu 20.000 Euro pro Monat für die insolvenzabwendende Restrukturierung von Unternehmen in einer drohenden Zahlungsunfähigkeit.
      • Die Neustarthilfe für Soloselbstständige wird verlängert und erhöht sich von bis zu 1.250 Euro pro Monat für den Zeitraum von Januar bis Juni 2021 auf bis zu 1.500 Euro pro Monat für den Zeitraum von Juli bis September 2021. Für den gesamten Förderzeitraum von Januar bis September 2021 können Soloselbstständige somit bis zu 12.000 Euro bekommen.
      • Weitere Informationen hier und beim BMWI (in Kürze).

Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

Das Programm richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten, die von der Corona-Krise erheblich betroffen sind. Es enthält foldende Bausteine:

  • Ausbildungsprämie von 2.000 € für den Erhalt von Ausbildungsplätzen
  • Ausbildungsprämie plus von 3.000 € für die Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze
  • Zuschuss zur Ausbildungsvergütung (75 %), um Kurzarbeit für Auszubildende zu vermeiden (die Förderung wird für jeden Monat gezahlt, in dem der Betrieb einen Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent angezeigt hat)
  • Übernahmeprämie von 3.000 € für Betriebe, die Auszubildende von insolventen Betrieben übernehmen
  • Es werden Ausbildungsverhältnisse gefördert, die im Zeitraum von 01.08.2020 bis 15.02.2021 beginnen.
  • weitere Infos und Antragsformulare (Bundesagentur für Arbeit) 

Innovationsgutscheine

  • antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft
  • gefördert wird die Beauftragung von Forschungseinrichtungen zur Unterstützung von Entwicklungsvorhaben. Ziel ist die Entwicklung verbesserter oder neuer Produkte, Produktionsverfahren oder Dienstleistungen.
  • Verbesserte oder neue Produkte, Produktionsverfahren, Dienstleistungen
  • Zuschuss in Höhe von 80 %, maximal 30.000 Euro
  • Voraussetzung: Umsatzrückgang im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum
  • weitere Informationen (NBank)

Digitalbonus Niedersachsen (NBank)

  • förderfähig sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und kleine freiberufliche Planungsbüros im Bereich des digitalen Bauens
  • der Zuschuss für kleine Unternehmen beträgt bis zu 50 %, für mittlere Unternehmen bis zu 30 %
  • die Fördersumme muss mindestens 2.500 Euro und maximal 10.000 Euro betragen
  • gefördert werden Investitionen zur Digitalisierung von Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen und zur Verbesserung der IT-Sicherheit
  • weitere Informationen (NBank)

Innovationsberatung (go-Inno)

  • gefördert werden externe Beratungen zur Vorbereitung und Durchführung von Produkt- und technischen Verfahrensinnovationen
  • BMWi-Innovationsgutscheine (go-Inno) decken bis zu 50 Prozent der Ausgaben für externe Beratung
  • die Berater müssen vom BMWI autorisiert und damit nach strengen Qualitätskriterien ausgewählt worden sein
  • antragsberechtigt sind Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten und einem/r Jahresumsatz/Jahresbilanzsumme von max. 20 Mio. €
  • weitere Informationen (BMWI)

Digitalisierungsberatung im Einzelhandel

  • Förderung im Rahmen des Programms "Niedersachsen Digital aufgeLaden"
  • förderfähig sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) des Einzelhandels mit mindestens einem stationären Geschäft (gegründet vor dem 01.03.2020)
  • Antragstellung durch autorisierte Beratungsunternehmen
  • gefördert wird die Durchführung einer Digitalisierungsberatung mit folgenden Inhalten:
    • eine am Beratungsauftrag orientierte Analyse der Situation des Einzelhandelsunternehmens und der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Unternehmenstätigkeit (Standortbestimmung)
    • eine Benennung des durch die COVID-19-Pandemie deutlich gewordenen Beratungsbedarfs (Potentialanalyse)
    • und eine darauf aufbauende individuelle Handlungsempfehlung mit einer Anleitung zur Umsetzung in der betrieblichen Praxis (Handlungsempfehlungen).
  • Förderhöhe 100 % der förderfähigen Ausgaben bis zu einem Betrag von 2.500 €
  • Anträge können bis zum 28.02.2022 bei der NBank gestellt werden
  • weitere Informationen (NBank)

KREDITE

1. Niedersachsen-Schnellkredit

  • für Freiberufler und Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten, die mindestens seit dem 1.10.2019 wirtschaftlich aktiv sind
  • Kredit von 10.000 € bis zu 300.000 €, max. 50 % des Jahresumsatzes 2019
  • Laufzeit: 5, 7 oder 10 Jahre
  • fester Zinssatz von 3 % p.a. über die gesamte Laufzeit
  • gefördert wird der gesamte kurzfristige Liquiditätsbedarf, z.B. laufende Betriebskosten, Löhne und Gehälter, planmäßiger Kapitaldienst sowie Investitionen
  • die Antragstellung erfolgt über die Hausbank (mit vollständiger Haftungsfreistellung)
  • weitere Informationen (NBank)

2. KfW-Sonderprogramm

  • besteht insbesondere in der Anpassung der bestehenden Programme „KfW Unternehmerkredit“ und „ERP-Gründerkredit - Universell“
  • 90%-ige Risikoübernahme für kleine und mittlere Unternehmen sowohl für Betriebsmittel als auch für Investitionen, d.h. die KfW stellt Ihre Hausbank in diesem Umfang von der Haftung frei und erhöht dadurch die Chance einer Kreditzusage.
  • Zinsvergünstigung
  • Verschlankung des Antragsprozesses, Risikoprüfung allein durch Hausbank (bis 3 Mio. €)
  • Beantragung über die Hausbank
  • weitere Informationen (KfW)

3. KfW-Schnellkredit 2020

  • für Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Einzelunternehmer und Freiberufler (seit dem 9.11.2020 unabhängig von ihrer Beschäftigtenzahl)
  • zur Finanzierung von Anschaffungen (Investitionen) und laufenden Kosten (Betriebsmittel)
  • 100 % Risikoübernahme durch die KfW (Garantie des Bundes gegenüber Hausbank)
  • Kreditbetrag maximal bis zu 25 % des Jahresumsatzes 2019 (gedeckelt bei 300.000 € für Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten, bei 500.000 € für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten bzw. 800.000 € bei mehr als 50 Beschäftigten)
  • Laufzeit bis zu 10 Jahre
  • Die Antragfrist endet am 31.12.2021.
  • weitere Informationen (KfW)

KURZARBEITERGELD

  • kann auch von Kleinbetrieben mit nur ein bis zwei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten beantragt werden
  • Voraussetzung: mindestens 10 Prozent der Beschäftigten haben einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent
  • die Nettolohnlücke aufgrund der gekürzten Arbeitszeit wird zu 60 % (Kinderlose) bzw. 67 % (Beschäftigte mit Kind[ern]) von der Arbeitsagentur (ab dem 4. Bezugsmonat 70/77 % bzw. ab dem 7. Bezugsmonat 80/87 %) ausgeglichen, zudem erstattet sie die Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden in pauschalierter Höhe (bis 6/2021, danach bis inkl. 12/2021 zu 50 %, sofern bis zum 30.6.2021 Kurzarbeit eingeführt wurde)
    Die genaue Berechnung lässt sich hier einsehen: Tabelle der Arbeitsagentur
  • weitere Informationen (Bundesagentur für Arbeit)
  • Erklärvideos der Bundesagentur für Arbeit (auf youtube) zu Voraussetzungen für das Kurzarbeitergeld und zum Antragsverfahren

ARBEITSLOSENVERSICHERUNG (Selbstständige)

Für Selbstständige, die freiwillig in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung versichert sind, hat die Bundesagentur für Arbeit nun die Regeln zum Arbeitslosengeldbezug und zu Beitragszahlungen gelockert. Voraussetzung hierfür ist, dass die Selbstständigen durch die Corona-Krise unverschuldet arbeitslos geworden sind.

weitere Informationen (Bundesagentur für Arbeit)


GRUNDSICHERUNG (Arbeitslosengeld II)

  • erleichterter Zugang zur Grundsicherung für Kleinunternehmer, Freiberufler und Soloselbstständige (bis zum 31.12.2021)
  • Unterstützung zur Sicherung des Lebensunterhalts
  • für 6 Monate entfällt die übliche Vermögensprüfung, außer bei erheblichem Vermögen
  • Die Kosten für Unterkunft und Heizung werden in diesem Zeitraum ebenfalls befristet in tatsächlicher Höhe anerkannt.
  • Beantragung beim Jobcenter des Landkreises Oldenburg: Antragsabgabe ausschließlich postalisch: Delmenhorster Str. 6, 27793 Wildeshausen
  • telefonische Beratung: a) kostenfreie Hotline: 0800 4555523 oder b) Jobcenter Bookholzberg: 04431 85-142142
  • weitere Informationen (Bundesagentur für Arbeit)

WEITERE THEMEN / INFORMATIONS- und UNTERSTÜTZUNGANGEBOTE


LUCA-APP

Bisher mussten die Kunden und Gäste von Restaurants, Cafés, Hotels, Kulturbetrieben, dem Einzelhandel, usw. meist einen Zettel mit ihren persönlichen Kontaktdaten ausfüllen. Die "Luca-App" löst diese Zettelwirtschaft nun ab. Mit der App lassen sich Kontaktketten schnell und effizient nachvollziehen, sodass das zuständige Gesundheitsamt Kontaktpersonen eines bestätigten Corona-Falls umgehend kontaktieren und ggf. eine Quarantäne anordnen kann.

Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der jeweilige Betrieb die Luca-App ebenfalls nutzt. In diesen Betrieben muss zukünftig nur noch mit dem Smartphone ein QR-Code eingescannt werden. Betriebe, Vereine und sonstige Veranstalter können sich hier registrieren lassen.

Weitere Informationen sind unter www.luca-app.de abrufbar.


Gerne bietet Ihnen Ihre Wirtschaftsförderung eine Eingangsberatung zu den verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten an. Antworten zu Detailfragen erhalten Sie bei den jeweiligen Einrichtungen, die die Hilfe gewähren.

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