Corona-Virus: Unterstützung für Unternehmen

Bund und Land Niedersachsen haben diverse Maßnahmen auf den Weg gebracht, um von der Corona-Krise betroffene Unternehmen zu unterstützen und vor allem ihre Liquidität zu sichern. Hierzu gehören die im Folgenden vorgestellten Bausteine. Ohne dass darauf hier stets explizit hingewiesen wird, ist ihre Inanspruchnahme i.d.R. daran gekoppelt, dass die Schwierigkeiten der Unternehmen durch die Krise und nicht durch andere Umstände bedingt sind. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Am Ende finden Sie Links zu weiteren Quellen.


ZUSCHÜSSE

Die Zuschussprogramme (Nr. 1 und 2) wurden zum 31.3.2020 angepasst bzw. neu aufgelegt! Die bisherige "Liquiditätshilfe für kleine Unternehmen" wurde ersetzt durch die "Corona-Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Soloselbständige" (s. Nr. 1 a). 

1. Niedersachsen-Soforthilfe Corona mit finanzieller Unterstützung des Bundes

a) "Corona-Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Soloselbstständige"

  • richtet sich an Soloselbständige, freiberuflich Tätige und Kleinstunternehmen (inkl. landwirtschaftl. Urproduktion) mit bis zu 10 Beschäftigten (Vollzeitäquivalent)
  • bei bis zu 5 Beschäftigten (Vollzeitäquivalent): einmaliger Zuschuss bis 9.000 €
  • bei mehr als 5 und bis zu 10 Beschäftigten (Vollzeitäquivalent): einmaliger Zuschuss bis 15.000 €
  • die konkrete Einmalzahlung orientiert sich an einem glaubhaft versicherten Liquiditätsengpass für drei aufeinanderfolgende Monate
  • sofern der Vermieter die Miete um mindestens 20 % reduziert, kann der ggf. nicht ausgeschöpfte Zuschuss auch für zwei weitere Monate zur Deckung des betrieblichen Aufwands eingesetzt werden
  • dient der Sicherung der wirtschaftlichen Existenz und der Überbrückung akuter Liquiditätsengpässe durch laufende Betriebskosten, wie z.B. Mieten, Pachten, Leasingaufwendungen (keine Abdeckung der Lebenshaltungskosten)
  • Zuschüsse aus dem bisherigen Corona-Landesprogramm "Liquiditätshilfe für kleine Unternehmen" werden in voller Höhe auf die Förderung aus diesem Programm angerechnet
  • Beantragung direkt bei der NBank
  • weitere Informationen (NBank)

b) "Corona-Soforthilfe für Kleinunternehmen"

  • richtet sich an kleine Unternehmen (inkl. landwirtschaftl. Urproduktion) und freiberuflich Tätige mit 11 bis 49 Beschäftigten (Vollzeitäquivalent)
  • einmaliger Zuschuss von bis zu 25.000 € gestaffelt nach der Anzahl der Betriebsangehörigen (11 bis 30 Beschäftigte: 20.000 €, 31 bis 49 Beschäftigte 25.000 €)
  • die konkrete Einmalzahlung orientiert sich an einem glaubhaft versicherten Liquiditätsengpass für drei aufeinanderfolgende Monate
  • sofern der Vermieter die Miete um mindestens 20 % reduziert, kann der ggf. nicht ausgeschöpfte Zuschuss auch für zwei weitere Monate zur Deckung des betrieblichen Aufwands eingesetzt werden
  • dient der Sicherung der wirtschaftlichen Existenz und der Überbrückung akuter Liquiditätsengpässe durch laufende Betriebskosten, wie z.B. Mieten, Pachten, Leasingaufwendungen (keine Abdeckung der Lebenshaltungskosten)
  • Zuschüsse aus dem bisherigen Corona-Landesprogramm "Liquiditätshilfe für kleine Unternehmen" werden in voller Höhe auf die Förderung aus diesem Programm angerechnet
  • Beantragung direkt bei der NBank
  • weitere Informationen (NBank)

Die NBank hat zudem mitgeteilt, dass sie diejenigen, die bis zum 31.3. einen Antrag auf "Liquiditätshilfe für kleine Unternehmen" gestellt haben, anschreiben und ihnen die Möglichkeit eröffnen will, ihren Antrag auf die neue Richtlinie umzustellen und so i.d.R. eine höhere Förderung zu erhalten. Im aktuellen NBank-Newsletter wird zudem auf die Möglichkeit verwiesen, einen zusätzlichen Antrag zu stellen. Näheres hierzu finden Sie unter https://www.soforthilfe.nbank.de/.

3. Förderprogramm "go-digital" des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWI): Umsetzung von Homeoffice

  • Ergänzung des bestehenden Programms "go-digital" um den ein Modul zur Einrichtung von Homeoffice-Arbeitsplätzen; damit können Leistungen wie von der individuellen Beratung bis hin zur Umsetzung von Homeoffice-Lösungen (z.B. Einrichtung spezifischer Software und Konfiguration vorhandener Hardware) gefördert werden
  • Förderung in Höhe von 50 % bei einem maximalen Beratertagessatz von 1.100 € für höchstens 30 Tage
  • der Förderantrag und die gesamte Abwicklung wird vom beauftragten Berater nach Vertragsabschluss vorgenommen; die Berater müssen vom BMWI autorisiert sein, d.h. auf der sog. Beraterlandkarte aufgeführt sein
  • von der Förderung können Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten und einem/r Vorjahresumsatz oder -bilanz von max. 20 Mio. € profitieren
  • weitere Informationen (BMWI)

KREDITE

1. Kredite der NBank für kleine und mittlere Unternehmen

  • Kredit bis zu 50.000 € als Liquiditätshilfe
  • keine banküblichen Sicherheiten erforderlich
  • Voraussetzungen: insbesondere tragfähiges Geschäftsmodell und positive Einschätzung der Unternehmensentwicklung; Liquiditätsbedarf durch Corona-Krise bedingt
  • weitere Informationen (NBank)

2. KfW-Sonderprogramm

  • besteht insbesondere in der Anpassung der bestehenden Programme „KfW Unternehmerkredit“ und „ERP-Gründerkredit - Universell“
  • 90%-ige Risikoübernahme (Haftungsfreistellung) für kleine und mittlere Unternehmen sowohl für Betriebsmittel als auch für Investitionen
  • Zinsvergünstigung
  • Verschlankung des Antragsprozesses, Risikoprüfung allein durch Hausbank (bis 3 Mio. €)
  • Beantragung über die Hausbank
  • weitere Informationen (KfW)

KURZARBEITERGELD

  • kann auch von Kleinbetrieben mit nur ein bis zwei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten beantragt werden
  • Voraussetzung: mindestens 10 Prozent der Beschäftigten haben einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent
  • die Nettolohnlücke aufgrund der gekürzten Arbeitszeit wird zu 60 % (Kinderlose) bzw. 67 % (Beschäftigte mit Kind[ern]) von der Arbeitsagentur ausgeglichen, zudem erstattet sie die Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden zu 100 %
    Die genaue Berechnung lässt sich hier einsehen: Tabelle der Arbeitsagentur
  • Regelungen sind rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft getreten
  • weitere Informationen (Bundesagentur für Arbeit)
  • Erklärvideos der Bunndesagentur für Arbeit (auf youtube) zu Voraussetzungen für das Kurzarbeitergeld und zum Antragsverfahren

STEUERLICHE ERLEICHTERUNGEN

  • erleichterte Gewährung von Steuerstundungen (auch Zinsfreiheit)
  • erleichterte Herabsetzung von Vorauszahlungen
  • Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen (z.B. Kontopfändung) bzw. Säumniszuschläge bis zum 31.12.2020, sofern der Steuerschuldner von der Corona-Krise betroffen ist
  • Anträge auf zinslose Stundung und/oder die Herabsetzung von Steuervorauszahlungen (Einkommensteuer, Körperschaftssteuer) bzw. des Steuermessbetrages für die Gewerbesteuer-Vorauszahlungen sind beim Finanzamt zu stellen
  • Anträge auf Stundung der Gewerbesteuer nimmt die Gemeinde entgegen, empfiehlt jedoch die vorherige telefonische Kontaktaufnahme zwecks Klärung/Vereinfachung (Tel.: 04222 44-227)
  • weitere Infos (Niedersächsisches Finanzministerium)

WEITERE QUELLEN:


Gerne bietet Ihnen Ihre Wirtschaftsförderung eine Eingangsberatung zu den verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten an. Antworten zu Detailfragen erhalten Sie bei den jeweiligen Einrichtungen, die die Hilfe gewähren.

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