Bund und Land Niedersachsen haben diverse Maßnahmen auf den Weg gebracht, um von der Corona-Krise betroffene Unternehmen zu unterstützen und vor allem ihre Liquidität zu sichern. Hierzu gehören die im Folgenden vorgestellten Bausteine. Ohne dass darauf hier stets explizit hingewiesen wird, ist ihre Inanspruchnahme i.d.R. daran gekoppelt, dass die Schwierigkeiten der Unternehmen durch die Krise und nicht durch andere Umstände bedingt sind. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Am Ende finden Sie Links zu weiteren Quellen.


ZUSCHÜSSE

Neue Überbrückungshilfe des Bundes

  • Zielsetzung: Sicherung der Existenz gefährdeter Unternehmen, Soloselbstständiger und Angehöriger der freien Berufe in Form einer Liquiditätshilfe für die Monate Juni bis August 2020
  • Voraussetzung: die Summe der Umsätze der Monate April und Mai 2020 ist um mindestens 60 % im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Bei Unternehmensgründung zwischen April 2019 und Oktober 2019 sind stattdessen die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen.
  • Beantragung ausschließlich über Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer möglich und zwar bis zum 31.8.2020.
  • Geförert werden die fortlaufenden betrieblichen Fixkosten, wie Mieten und Pachten, Zinsaufwendungen für Kredite sowie Personalaufwendungen, sofern sie nicht vom Kurzarbeitergeld abgedeckt sind. Lebenshaltungskosten und Unternehmerlohn hingegen sind nicht zuschussfähig.
  • Förderhöhe: Diese richtet sich nach dem Ausmaß des Umsatzeinbruchs. Sie beträgt für Unternehmen bis 5 Beschäftigte maximal 9.000 € für drei Monate, bei bis zu 10 Beschäftigten maximal 15.000 €. Bei größeren Unternehmen kann ihr Volumen 150.000 € erreichen.
  • Wer die Soforthilfe von Bund oder Land in Anspruch genommen hat, ist erneut antragsberechtigt, sofern er die Voraussetzungen erfüllt. Es kann wegen der Überschneidung der Förderzeiträume jedoch zu einer Verrechnung der Fördermittel kommen.
  • weitere Informationen und Antragsmöglichkeit (Bundeswirtschaftsministerium BMWI)

Homeoffice:

a) Förderprogramm "go-digital" des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWI)

  • Ergänzung des bestehenden Programms "go-digital" um den ein Modul zur Einrichtung von Homeoffice-Arbeitsplätzen; damit können Leistungen wie von der individuellen Beratung bis hin zur Umsetzung von Homeoffice-Lösungen (z.B. Einrichtung spezifischer Software und Konfiguration vorhandener Hardware) gefördert werden
  • Förderung in Höhe von 50 % bei einem maximalen Beratertagessatz von 1.100 € für höchstens 30 Tage
  • der Förderantrag und die gesamte Abwicklung wird vom beauftragten Berater nach Vertragsabschluss vorgenommen; die Berater müssen vom BMWI autorisiert sein, d.h. auf der sog. Beraterlandkarte aufgeführt sein
  • von der Förderung können Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten und einem/r Vorjahresumsatz oder -bilanz von max. 20 Mio. € profitieren
  • weitere Informationen (BMWI)

b) Digitalbonus Niedersachsen (NBank)

  • förderfähig sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und kleine freiberufliche Planungsbüros im Bereich des digitalen Bauens
  • der Zuschuss für kleine Unternehmen beträgt bis zu 50 %, für mittlere Unternehmen bis zu 30 %
  • die Fördersumme muss mindestens 2.500 Euro und maximal 10.000 Euro betragen
  • gefördert werden Investitionen zur Digitalisierung von Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen und zur Verbesserung der IT-Sicherheit
  • mit der Corona-Krise sind Investitionen in Videokonferenzanlagen und –technik/Videokonferenzsysteme, Homeofficetechnik, Telemedizintechnik/Telemedizinsysteme neu als Fördergegenstände hinzugekommen - befristet bis zum 30.9.2020
  • weitere Informationen (NBank)

Innovationsberatung (go-Inno)

  • gefördert werden Beratungen zur Identifizierung von Innovationspotenzialen, zur Erstellung von Realisierungskonzepten und zur Unterstützung beim Projektmanagement; je nach Baustein wird eine unterschiedliche maximale Anzahl an Beratertagen gefördert
  • BMWi-Innovationsgutscheine (go-Inno) decken bis zu 50 Prozent der Ausgaben für externe Beratung
  • die Berater müssen vom BMWI autorisiert und damit nach strengen Qualitätskriterien ausgewählt worden sein
  • antragsberechtigt sind Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten und einem/r Jahresumsatz/Jahresbilanzsumme von max. 20 Mio. €
  • weitere Informationen (BMWI)

KREDITE

1. Kredite der NBank für kleine Unternehmen sowie Freiberufler

  • für Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten
  • Kredit von 5.000 € bis zu 50.000 € als Liquiditätshilfe
  • Laufzeit: 10 Jahre; das Darlehen kann jedoch jederzeit außerordentlich und kostenfrei ganz oder teilweise zurückgezahlt werden
  • die ersten beiden Jahre sind zins- und tilgungsfrei
  • keine banküblichen Sicherheiten erforderlich
  • Voraussetzungen: insbesondere tragfähiges Geschäftsmodell und positive Einschätzung der Unternehmensentwicklung; Liquiditätsbedarf durch Corona-Krise bedingt
  • weitere Informationen (NBank)
  • IHK-Tutorial zur Antragstellung

2. KfW-Sonderprogramm

  • besteht insbesondere in der Anpassung der bestehenden Programme „KfW Unternehmerkredit“ und „ERP-Gründerkredit - Universell“
  • 90%-ige Risikoübernahme für kleine und mittlere Unternehmen sowohl für Betriebsmittel als auch für Investitionen, d.h. die KfW stellt Ihre Hausbank in diesem Umfang von der Haftung frei und erhöht dadurch die Chance einer Kreditzusage.
  • Zinsvergünstigung
  • Verschlankung des Antragsprozesses, Risikoprüfung allein durch Hausbank (bis 3 Mio. €)
  • Beantragung über die Hausbank
  • weitere Informationen (KfW)

3. KfW-Schnellkredit

  • für Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern
  • zur Finanzierung von Anschaffungen (Investitionen) und laufenden Kosten (Betriebsmittel)
  • 100 % Risikoübernahme durch die KfW (Garantie des Bundes gegenüber Hausbank)
  • Kreditbetrag maximal bis zu 25 % des Jahresumsatzes 2019 (gedeckelt bei 500.000 € für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten bzw. 800.000 € bei mehr als 50 Beschäftigten)
  • Laufzeit bis zu 10 Jahre
  • weitere Informationen (KfW)

KURZARBEITERGELD

  • kann auch von Kleinbetrieben mit nur ein bis zwei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten beantragt werden
  • Voraussetzung: mindestens 10 Prozent der Beschäftigten haben einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent
  • die Nettolohnlücke aufgrund der gekürzten Arbeitszeit wird zu 60 % (Kinderlose) bzw. 67 % (Beschäftigte mit Kind[ern]) von der Arbeitsagentur ausgeglichen, zudem erstattet sie die Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden zu 100 %
    Die genaue Berechnung lässt sich hier einsehen: Tabelle der Arbeitsagentur
  • Regelungen sind rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft getreten
  • weitere Informationen (Bundesagentur für Arbeit)
  • Erklärvideos der Bunndesagentur für Arbeit (auf youtube) zu Voraussetzungen für das Kurzarbeitergeld und zum Antragsverfahren

ARBEITSLOSENVERSICHERUNG (Selbstständige)

Für Selbstständige, die freiwillig in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung versichert sind, hat die Bundesagentur für Arbeit nun die Regeln zum Arbeitslosengeldbezug und zu Beitragszahlungen gelockert. Voraussetzung hierfür ist, dass die Selbstständigen durch die Corona-Krise unverschuldet arbeitslos geworden sind.

weitere Informationen (Bundesagentur für Arbeit)


GRUNDSICHERUNG (Arbeitslosengeld II)

  • erleichterter Zugang zur Grundsicherung für Kleinunternehmer, Freiberufler und Soloselbstständige
  • Unterstützung zur Sicherung des Lebensunterhalts
  • für 6 Monate entfällt die übliche Vermögensprüfung, außer bei erheblichem Vermögen
  • Die Kosten für Unterkunft und Heizung werden in diesem Zeitraum ebenfalls befristet in tatsächlicher Höhe anerkannt.
  • Beantragung beim Jobcenter des Landkreises Oldenburg: Antragsabgabe ausschließlich postalisch: Delmenhorster Str. 6, 27793 Wildeshausen
  • telefonische Beratung: a) kostenfreie Hotline: 0800 4555523 oder b) Jobcenter Bookholzberg: 04431 85-142142
  • weitere Informationen (Bundesagentur für Arbeit)

STEUERLICHE ERLEICHTERUNGEN

  • erleichterte Gewährung von Steuerstundungen (auch Zinsfreiheit)
  • erleichterte Herabsetzung von Vorauszahlungen
  • Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen (z.B. Kontopfändung) bzw. Säumniszuschläge bis zum 31.12.2020, sofern der Steuerschuldner von der Corona-Krise nicht unerheblich betroffen ist
  • Anträge auf zinslose Stundung und/oder die Herabsetzung von Steuervorauszahlungen (Einkommensteuer, Körperschaftssteuer) bzw. des Steuermessbetrages für die Gewerbesteuer-Vorauszahlungen sind beim Finanzamt zu stellen
  • Anträge auf Stundung der Gewerbesteuer nimmt die Gemeinde entgegen, empfiehlt jedoch die vorherige telefonische Kontaktaufnahme zwecks Klärung/Vereinfachung (Tel.: 04222 44-227)
  • weitere Informationen (Niedersächsisches Finanzministerium)

WEITERE THEMEN / INFORMATIONS- und UNTERSTÜTZUNGANGEBOTE


Gerne bietet Ihnen Ihre Wirtschaftsförderung eine Eingangsberatung zu den verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten an. Antworten zu Detailfragen erhalten Sie bei den jeweiligen Einrichtungen, die die Hilfe gewähren.

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