Bund und Land Niedersachsen haben diverse Maßnahmen auf den Weg gebracht, um von der Corona-Krise betroffene Unternehmen zu unterstützen und vor allem ihre Liquidität zu sichern. Hierzu gehören die im Folgenden vorgestellten Bausteine. Ohne dass darauf hier stets explizit hingewiesen wird, ist ihre Inanspruchnahme i.d.R. daran gekoppelt, dass die Schwierigkeiten der Unternehmen durch die Krise und nicht durch andere Umstände bedingt sind. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Am Ende finden Sie Links zu weiteren Quellen.


ZUSCHÜSSE

Homeoffice

a) Förderprogramm "go-digital" des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWI): Umsetzung von Homeoffice

  • Ergänzung des bestehenden Programms "go-digital" um den ein Modul zur Einrichtung von Homeoffice-Arbeitsplätzen; damit können Leistungen wie von der individuellen Beratung bis hin zur Umsetzung von Homeoffice-Lösungen (z.B. Einrichtung spezifischer Software und Konfiguration vorhandener Hardware) gefördert werden
  • Förderung in Höhe von 50 % bei einem maximalen Beratertagessatz von 1.100 € für höchstens 30 Tage
  • der Förderantrag und die gesamte Abwicklung wird vom beauftragten Berater nach Vertragsabschluss vorgenommen; die Berater müssen vom BMWI autorisiert sein, d.h. auf der sog. Beraterlandkarte aufgeführt sein
  • von der Förderung können Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten und einem/r Vorjahresumsatz oder -bilanz von max. 20 Mio. € profitieren
  • weitere Informationen (BMWI)

b) Digitalbonus.Niedersachsen

  • Ergänzung des bestehenden Programms "Digitalbonus.Niedersachsen" um folgenden Baustein: Investitionen in Videokonferenzanlagen und –technik/Videokonferenzsysteme, Homeofficetechnik, Telemedizintech-nik/Telemedizinsysteme (befristet bis zum 30.6.2020)
  • gefördert werden können KMU und kleine freiberufliche Planungsbüros
  • Zuschuss für kleine Unternehmen bis zu 50 %; für mittlere Unternehmen bis zu 30 %
  • Fördersumme von mindestens 2.500 Euro und maximal 10.000 Euro
  • weitere Informationen (NBank)

KREDITE

1. Kredite der NBank für kleine Unternehmen sowie Freiberufler

  • für Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten
  • Kredit von 5.000 € bis zu 50.000 € als Liquiditätshilfe
  • Laufzeit: 10 Jahre; das Darlehen kann jedoch jederzeit außerordentlich und kostenfrei ganz oder teilweise zurückgezahlt werden
  • die ersten beiden Jahre sind zins- und tilgungsfrei
  • keine banküblichen Sicherheiten erforderlich
  • Voraussetzungen: insbesondere tragfähiges Geschäftsmodell und positive Einschätzung der Unternehmensentwicklung; Liquiditätsbedarf durch Corona-Krise bedingt
  • weitere Informationen (NBank)
  • IHK-Tutorial zur Antragstellung

2. KfW-Sonderprogramm

  • besteht insbesondere in der Anpassung der bestehenden Programme „KfW Unternehmerkredit“ und „ERP-Gründerkredit - Universell“
  • 90%-ige Risikoübernahme für kleine und mittlere Unternehmen sowohl für Betriebsmittel als auch für Investitionen, d.h. die KfW stellt Ihre Hausbank in diesem Umfang von der Haftung frei und erhöht dadurch die Chance einer Kreditzusage.
  • Zinsvergünstigung
  • Verschlankung des Antragsprozesses, Risikoprüfung allein durch Hausbank (bis 3 Mio. €)
  • Beantragung über die Hausbank
  • weitere Informationen (KfW)

3. KfW-Schnellkredit

  • für Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern
  • zur Finanzierung von Anschaffungen (Investitionen) und laufenden Kosten (Betriebsmittel)
  • 100 % Risikoübernahme durch die KfW (Garantie des Bundes gegenüber Hausbank)
  • Kreditbetrag maximal bis zu 25 % des Jahresumsatzes 2019 (gedeckelt bei 500.000 € für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten bzw. 800.000 € bei mehr als 50 Beschäftigten)
  • Laufzeit bis zu 10 Jahre
  • weitere Informationen (KfW)

KURZARBEITERGELD

  • kann auch von Kleinbetrieben mit nur ein bis zwei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten beantragt werden
  • Voraussetzung: mindestens 10 Prozent der Beschäftigten haben einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent
  • die Nettolohnlücke aufgrund der gekürzten Arbeitszeit wird zu 60 % (Kinderlose) bzw. 67 % (Beschäftigte mit Kind[ern]) von der Arbeitsagentur ausgeglichen, zudem erstattet sie die Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden zu 100 %
    Die genaue Berechnung lässt sich hier einsehen: Tabelle der Arbeitsagentur
  • Regelungen sind rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft getreten
  • weitere Informationen (Bundesagentur für Arbeit)
  • Erklärvideos der Bunndesagentur für Arbeit (auf youtube) zu Voraussetzungen für das Kurzarbeitergeld und zum Antragsverfahren

ARBEITSLOSENVERSICHERUNG (Selbstständige)

Für Selbstständige, die freiwillig in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung versichert sind, hat die Bundesagentur für Arbeit nun die Regeln zum Arbeitslosengeldbezug und zu Beitragszahlungen gelockert. Voraussetzung hierfür ist, dass die Selbstständigen durch die Corona-Krise unverschuldet arbeitslos geworden sind.

weitere Informationen (Bundesagentur für Arbeit)


GRUNDSICHERUNG (Arbeitslosengeld II)

  • erleichterter Zugang zur Grundsicherung für Kleinunternehmer, Freiberufler und Soloselbstständige
  • Unterstützung zur Sicherung des Lebensunterhalts
  • für 6 Monate entfällt die übliche Vermögensprüfung, außer bei erheblichem Vermögen
  • Die Kosten für Unterkunft und Heizung werden in diesem Zeitraum ebenfalls befristet in tatsächlicher Höhe anerkannt.
  • Beantragung beim Jobcenter des Landkreises Oldenburg: Antragsabgabe ausschließlich postalisch: Delmenhorster Str. 6, 27793 Wildeshausen
  • telefonische Beratung: a) kostenfreie Hotline: 0800 4555523 oder b) Jobcenter Bookholzberg: 04431 85-142142
  • weitere Informationen (Bundesagentur für Arbeit)

STEUERLICHE ERLEICHTERUNGEN

  • erleichterte Gewährung von Steuerstundungen (auch Zinsfreiheit)
  • erleichterte Herabsetzung von Vorauszahlungen
  • Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen (z.B. Kontopfändung) bzw. Säumniszuschläge bis zum 31.12.2020, sofern der Steuerschuldner von der Corona-Krise nicht unerheblich betroffen ist
  • Anträge auf zinslose Stundung und/oder die Herabsetzung von Steuervorauszahlungen (Einkommensteuer, Körperschaftssteuer) bzw. des Steuermessbetrages für die Gewerbesteuer-Vorauszahlungen sind beim Finanzamt zu stellen
  • Anträge auf Stundung der Gewerbesteuer nimmt die Gemeinde entgegen, empfiehlt jedoch die vorherige telefonische Kontaktaufnahme zwecks Klärung/Vereinfachung (Tel.: 04222 44-227)
  • weitere Informationen (Niedersächsisches Finanzministerium)

WEITERE THEMEN / INFORMATIONS- und UNTERSTÜTZUNGANGEBOTE


Gerne bietet Ihnen Ihre Wirtschaftsförderung eine Eingangsberatung zu den verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten an. Antworten zu Detailfragen erhalten Sie bei den jeweiligen Einrichtungen, die die Hilfe gewähren.

Nach oben