Arbeitsmarkt wirkt sich auf Gründungsgeschehen aus (Fortsetzung)

Selbst wenn noch einige Gewerbeanmeldungen nachträglich eingehen, ist ein rückläufiger Trend deutlich zu erkennen. Die positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt schlagen auf das Gründungsgeschehen durch. Noch deutlicher wird dies, wenn man sich die Anmeldungen getrennt nach Haupt- und Nebengewerbe anschaut. Während letzteres eine Zunahme von knapp sechs Prozent gegenüber 2010 aufweist, ist bei den hauptberuflichen Gewerbetreibenden die Zahl der Registrierungen um 23 Prozent zurückgegangen.

Nebengewerblich starteten auch die drei jüngsten Gewerbetreibenden, die alle gerade das 18. Lebensjahr vollendet hatten. Die älteste Unternehmensgründerin des Jahres 2011 hingegen konnte bereits auf 72 Jahre Lebenserfahrung zurückblicken. Insgesamt wurde gut ein Drittel der Gewerbemeldungen von 41- bis 50jährigen getätigt. Je weitere 20 Prozent entfielen auf die Altersklassen von 21 bis 30 Jahre und von 31 bis 40 Jahre. 

Nach wie vor bestimmen zahlenmäßig die Männer das Gründungsgeschehen. Aber die Frauen holen langsam auf. Bei den Vollerwerbsgründungen lag der Anteil der Frauen im vergangenen Jahr erst bei rund 22 Prozent, wohingegen er bezogen auf alle Gewerbeanmeldungen immerhin ein Drittel erreichte. Viele Frauen haben gute Ideen für eine Existenzgründung und informieren sich im Vorfeld sehr umfassend. Allerdings trauen sie sich häufig weniger zu als Männer. 

Bei den angemeldeten Tätigkeiten dominierten in 2011 wie im Vorjahr der Einzelhandel (13,5 Prozent inklusive Versand- und Internethandel), der Großhandel (7,5 Prozent) und die Bereiche Gebäudebetreuung, Garten- und Landschaftsbau sowie das Ausbaugewerbe mit jeweils 6,4 Prozent. Während in den letzten Jahren der Betrieb einer Photovoltaikanlage immer einen nennenswerten Anteil der Gewerbeanmeldungen ausmachte, wurden in 2011 nur noch sechs neue bei der Gemeinde registriert. Es ist zu vermuten, dass entweder bereits eine gewisse Sättigung eingetreten ist oder aber die weitere Reduzierung der Solarförderung die Zurückhaltung bedingt hat. 

Bei den Rechtsformen lag mit 199 Anmeldungen das Einzelunternehmen wieder deutlich vorne. 36 Betriebe wurden in der Rechtsform einer GmbH und elf als GmbH & Co. KG gegründet. Jeweils zwei Gewerbetreibende schlossen sich zusammen, um vier Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR) ins Leben zu rufen. 

Die 266 Gewerbeanmeldungen wurden überwiegend von Existenzgründern vorgenommen, zum Teil sind sie aber auf Zuzüge von außerhalb, Unternehmensübernahmen oder Rechtsformenwechsel zurückzuführen. Ihnen standen 199 Abmeldungen und damit 22,9 Prozent weniger als in 2010 gegenüber. Insofern wächst die Zahl der gewerblich Tätigen in Ganderkesee weiter. Mit 72 Ummeldungen, die bei Standortverlagerungen innerhalb der Gemeinde oder Änderungen beim Tätigkeitsspektrum erforderlich sind, lag die Zahl auf Vorjahresniveau.

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