Kirche St. Cyprian und Cornelius

Kleinod aus dem Mittelalter

Urkundlich wird Ganderkesee als „Gandrikesarde“ erstmals und zeitgleich mit Bremen im Jahre 860 erwähnt. Im Jahr 1052 ließ Erzbischof Adalbert von Bremen die erste Steinkirche zwischen Weser und Hunte erbauen, und zwar dort, wo heute im Ortskern die Gaukirche „St. Cyprian und Cornelius“ steht. Die ältesten Teile der jetzigen Kirche sind der Turm mit seiner gewölbten Eingangshalle aus dem 12. Jahrhundert und die gotische Hallenkirche aus dem 15. Jahrhundert.

Kostbarster Schatz ist die weithin berühmte, noch original gestimmte Arp-Schnitger-Orgel aus dem Jahre 1699. Versäumen Sie nicht, dem Klang der rund 1.000 Pfeifen bei einem Konzert zu lauschen.

Sagenhaft: Der Teufel und die Kirche zu Ganderkesee

Als die große Kirche in Ganderkesee im Bau begriffen war, fragte der Teufel die Bauarbeiter: „Was baut ihr da?“ – „Ein Wirtshaus“, lautete die Antwort. Darüber freute sich der Satan und half fleißig mit.

Als die Mauern aber immer höher wurden und man mit den Gewölben anfing, merkte er, dass er betrogen werden sollte, und beschloss, das Bauwerk zu zerstören. Er wartete mit diesem Plan jedoch möglichst lange, damit sich seine Arbeit auch lohnte. Solange die Kanzel noch nicht in der Kirche angebracht war, konnte der Satan den Bau mit leichter Hand zerstören; nachher hätte er verspielt.

Die Leute wussten sehr wohl, was auf dem Spiel stand, und setzten eines Tages, ehe die Kirche ihr Dach bekommen hatte, rasch die Kanzel hinein. Der Teufel erkannte, dass er überlistet worden war. Wütend stemmte er sich gegen die Mauer, aber sie hielt stand. Sein Fußabdruck ist heute noch an der Südseite zu sehen.

Nach: Oldenburgische Sagen, Heinz Holzberg Verlag

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